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Aufklärung vor Freitagsgebet

Siegburg - Die Partnerschaft zwischen der Türkisch-Islamischen Gemeinde (Ditip) und der Kreispolizeibehörde gibt es seit einem halben Jahr. Damals waren die Polizisten auf Einladung des Gemeindevorstands zu Gast in der Moschee und erklärten ihren Willen zur freundschaftlichen Zusammenarbeit.

„Die meisten nehmen die Polizei als etwas Negatives wahr. Wenn die Polizei im Spiel ist, wird man vorgeladen oder es wird Geld fällig“, so Kriminaloberrat Martin Göbel. Doch die Beamten kämen nun öfters als Freunde: „Wir wollen versuchen, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu erreichen. Wir sind für sie da und wollen die Jugendlichen über Gefahren aufklären“, versichert der Leiter der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung.

Gestern waren Göbel und sein Kollege Jörg Seeger erneut in der Moschee. Seeger, im Kommissariat Vorbeugung für die Sparten „Sucht“ und „Prävention“ zuständig, informierte über Drogenkonsum und die damit verbundenen Gefahren. Der Zeitpunkt war gut gewählt, kurz vor dem Freitagsgebet hatte sich eine stattliche Zuhörerzahl angesammelt, um den Ausführungen von Seeger und Ditib-Sprecher Ayhan Ünal zuzuhören. „Das Ziel des Vortrags ist, die Eltern zu informieren. Denn ihre Kinder wissen häufig mehr über Drogen als sie selbst“, sagte Göbel, der darauf hinwies, dass es keinen konkreten Anlass für den Besuch gebe. „Es gibt keinerlei Hinweise über Drogenmissbrauch im Umfeld der Gemeinde. Wir sind nur hier, um zu informieren und um eine Vertrauensbasis aufzubauen“, sagte der Kriminaloberrat.

Präventionsexperte Seeger berichtete über die Gefahren der legalen Droge Alkohol, aber insbesondere über Cannabis und Aufputschmittel. Dabei standen die gesundheitlichen Auswirkungen des Drogenmissbrauchs an erster Stelle: „Oft sind Drogenstücke mit Altöl oder Schuhcreme gestreckt. Zudem ist Cannabis häufig mit giftigen Pflanzenschutzmitteln belastet“, erklärte Jörg Seeger den interessierten Zuhörern.

Dabei wandten sich die Polizisten besonders an die Erwachsenen. „Die Jugendlichen erreichen wir mit unserer Aufklärungsarbeit in den Schulen. Die Erwachsenen haben aber keine feste Institution. Also suchen wir hier in der Moschee das Gespräch“, erklärten Seeger und Göbel unisono.



Quelle: ksta.de