Drogenanbau in Afghanistan läuft weiter auf Hochtouren
Wien - Der Drogenanbau in Afghanistan geht nach Angaben der Vereinten Nationen auch in diesem Jahr nicht zurück. Vor allem im Süden und Südwesten des Landes werde weiterhin in großem Umfang Mohn angebaut, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Zudem erwartet das UN-Büro für Drogen und Kriminalität (UNODC) in Wien eine verstärkte Produktion von Cannabis.
Die Herstellung von Opium werde in diesem Jahr ähnlich umfangreich sein wie 2007, heißt es in dem Bericht. Ohne sofortige Gegenmaßnahmen könnte Mohn in den nächsten Wochen auch in Provinzen in der Mitte und im Norden des Landes ausgesät werden. Dem UNODC zufolge wurden im vergangenen Jahr 193.000 Hektar für den Opiumanbau genutzt, 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Günstiges Wetter mit reichlich Niederschlägen dürfte der diesjährigen Ernte zuträglich sein, heißt es in dem Report weiter.
Er basiert auf Befragungen in 469 afghanischen Dörfern. In rund jedem dritten Ort erklärten die Bauern, sie wollten in diesem Jahr Mohn anbauen. Im Süden waren es sogar 85 Prozent. In etwa jedem dritten Dorf hieß es, Drogenhändler hätten bereits einen Vorschuss für die erwartete Ernte gezahlt. Laut UN lassen sich mit Mohn schätzungsweise 3.500 Euro pro Hektar verdienen - deutlich mehr als beispielsweise mit Reis, Mais oder Baumwolle erzielt werden könnte.
Cannabis wollen den Angaben zufolge Bauern in 18 Prozent der Dörfer anbauen. Im vergangenen Jahr waren es 13 Prozent gewesen.
Quelle: www.net-tribune.de
Afghanistan macht high
KABUL – «Schwarzer Afghane» als Exportschlager: Das frühere Reich der Taliban liefert nicht nur Heroin en masse – sondern ist nun auch grösster Hasch-Produzent.
Der grösste Heroin- und Cannabis-Produzent exportiert die Drogen nicht nur. Auch in Afghanistan selber stürzen die Suchtmittel tausende Menschen ins Unglück, wie diesen Abhängigen in Kabul. (AP)
Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Afghanistan ist zu einem Dorado für Drogenbarone geworden. Dass im gescheiterten Staat am Hindukusch seit der Vertreibung des Taliban-Regimes die Heroin-Produktion auf Hochtouren läuft, war schon bekannt. Doch nun ist das Herkunftsland der beliebten Haschisch-Sorte «schwarzer Afghane» auch beim Cannabis weltweiter Lieferant Nummer 1.
Im letzten Jahr haben afghanische Bauern auf 70´000 Hektaren die berauschende Pflanze angebaut, meldete das UNO-Büro für Drogen und Kriminalität (UNODC) heute in Tokio. Zum Vergleich: Diese Fläche ist fünfmal grösser als jene, die für den Kartoffelanbau in der Schweiz zur Verfügung steht.
Eine Ende des Drogen-Rauschs ist nicht abzusehen: Die Anbaufläche von Schlafmohn, aus dem Drogenkartelle Rohopium und dann Heroin gewinnen, werde 2008 ähnlich hoch wie im Vorjahr oder knapp unter diesem Rekordwert liegen, prophezeit die UNODC.
«Der Opiumanbau mag einen Höhepunkt erreicht haben, aber die Menge 2008 wird immer noch schockierend hoch sein», sagte UNODC-Chef Antonio Maria Costa. (SDA/hhs)
Quelle: www.blick.ch