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Verhaftung gleich im Gerichtssaal

Laut Anklage hatte der 27-Jährige im Juni 2000 rund ein Kilo Haschisch bei einem Freund in der Nähe von Kirchheim-Bolanden gelagert und auch von dort aus verkauft. Im April 2001 sprachen ihn Freunde an, ob er einem Interessenten 15 bis 20 Kilogramm Haschisch besorgen könne. Bei dem angeblichen Käufer handelte es sich allerdings um einen Polizeiermittler.

Der 27-Jährige versprach, die Menge für rund 25000 Euro im Mai 2001 am Mainzer Hauptbahnhof zu übergeben. Dort war der vermeintliche Käufer jedoch nicht willens mit 15000 Euro in Vorkasse zu treten. Das Geschäft verlief im Sande.

Der Angeklagte schüttelte den Kopf. Nein, nie habe er diesem Mann etwas verkaufen wollen. "Den habe ich doch gar nicht ernst genommen mit seiner Fokuhila-Frisur." Vorsitzender Richter Hans Lorenz bat um Aufklärung in Sachen Frisurmode. "Vorne kurz, hinten lang. So was trägt man doch seit 20 Jahren nicht mehr", spottete der Angeklagte. Bei dem Geschäft sei es um ein Kilo gegangen, was der Interessent aber nie bekommen sollte. "Ich wollte ihm einfach nur 1750 Euro Vorkasse abknöpfen."

Ein Zeuge, der in die Geschäfte des Angeklagten verwickelt war, bestätigte diese Version. Als er gefragt wurde, wann er den Mainzer zum letzten Mal gesehen habe, musste er aber zugeben: "Gestern Abend!" Als ihm die Kammer wegen einer Falschaussage dann mit Haft drohte, bekannte er: "Mein Freund bat mich, günstig für ihn auszusagen."

Darauf hin ordnete die Kammer Haftbefehl für den Angeklagten an. Der 27-Jährige wollte daraufhin nichts mehr sagen und ließ sich abführen.

Quelle: Main Rheiner