Anzeigen schrecken die Teenager immer weniger vor Drogen ab
SCHÖRFLING. Der Polizei gelang erneut ein Schlag gegen die Drogenszene: Sie hob einen Suchtgiftring mit 20 Verdächtigen aus. Sorgen bereitet der Polizei, dass Anzeigen offensichtlich ihre abschreckende Wirkung verloren haben.
Nach umfangreichen Erhebungen forschten Schörflinger Polizisten einen Suchtgiftring mit 20 Verdächtigen aus. Die jungen Leute im Alter zwischen 17 und 23 Jahren aus dem Großraum Schörfling konsumierten Cannabis, Ecstasy und Speed. Das Cannabis wurde teilweise in kleineren Indoor- und Outdoor-Plantagen selbst erzeugt. Die chemischen Drogen kauften sie in Wels.
Erst vorige Woche schnappte die Polizei einen 43-Jährigen, der im Raum Frankenmarkt, St. Georgen und Attersee mit Cannabis gehandelt hatte. Einen Teil hatte er in einer Plantage selbst produziert, etwa eineinhalb Kilo Cannabisharz hatte er in den vergangenen drei Jahren in Wien gekauft und im Bezirk weiterverkauft.
In die Freude über den Erfolg im Kampf gegen die Drogen mischt sich bei Chefinspektor Hans-Jürgen Hofinger ein Wermutstropfen: Denn die Anzeigen gegen junge Drogenkonsumenten verlieren immer mehr ihren Schrecken. "Das Unrechtsbewusstsein ist absolut gesunken", berichtet der Kriminalreferent des Bezirkspolizeikommandos im OÖN-Gespräch. "Was wollt's denn, wegen dem bisserl Cannabis", hören die verblüfften Polizisten immer wieder von ertappten Drogenkonsumenten. Auch Eltern finden nichts dabei, wenn ihre Kinder Marihuana konsumieren: "Was macht's ihr denn für ein Theater."
"Cannabis ist nach wie vor die klassische Einstiegsdroge", lehnt Hofinger eine Verharmlosung von weichen Drogen ab. Mit Sorge beobachtet er, dass die meisten Anzeigen gegen Drogenkonsumenten im Sand verlaufen und eingestellt werden.
Quelle: www.nachrichten.at