Großproduktion von Ecstasy
Die Basis-Chemikalien für die Herstellung der Aufputschmittel, kurz XTC genannt, beschafften sich die Dealer bei einem deutschen Chemieunternehmen, das angesichts der großen Bestellmengen stutzig wurde und die deutsche Polizei informierte, die dann gemeinsam mit den Kollegen in Holland und Belgien ermittelte. Verkauft wurde die Droge länderübergreifend, vor allem aber in Deutschland.
„Wir haben 80 000 Liter Aceton, große Mengen Salzsäure und 87 Kilogramm Amphetamine sowie Wasserstoffgas beschlagnahmt“, berichtet die die Ermittlungen in den Niederlanden leitende Staatsanwältin Desirée Leppens. „Mit diesen Mengen kann man zigmillionen Ecstasy-Pillen herstellen.“ Eine Pille kostet in den Niederlanden vier Euro. Hochgerechnet bedeutet das: Die Bande hätte aus den beschlagnahmten Rohstoffen Drogen mit einem Marktwert in dreistelliger Millionenhöhe herstellen können. Gestern wurde in Heerlen eine 36-jährige Niederländerin verhaftet; sie soll das Drogengeld in den vergangenen fünf Jahren „gewaschen“ haben.
Die Dealer waren von den Fahndern über Monate hin beschattet worden, bevor die Polizei zielgerichtet mehrere Male in Deutschland, Belgien und in den Niederlanden zuschlug.
Die Niederlande haben sich den zweifelhaften Ruf erworben, das weltgrößte Labor für die Herstellung von XTC-Pillen zu sein. Gerade wurde in New York ein Niederländer zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil er Tausende von XTC-Pillen in die USA geschmuggelt hatte. Der Mann hatte in der holländischen Pillen-Szene den Beinamen „Schwarze Cobra“. Auch in Thailand, in Indonesien und etlichen anderen Ländern sitzen überproportional viele Niederländer wegen Drogenhandels hinter Gittern.
XTC-Pillen gelten auch in den Niederlanden als harte Drogen. Der Handel damit ist verboten.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger