Zufälliger Rekordfund: 3550 Cannabis-Pflanzen entdeckt
Nicht weniger als fünf große Lastwagen des THW warteten vor der Lagerhalle in der Gneisenaustraße darauf, beladen zu werden.
Zudem war die freiwillige Feuerwehr mit zwei Fahrzeugen vor Ort. 15 THW-Helfer aus Aachen und Stolberg packten kräftig zu: Palette für Palette wurden die Töpfe mit Cannabis-Pflanzen aus der Halle herausgezogen, am Ende waren es 3550 Stück.
Außerdem stapelten die Männer bergeweise Lampen. 200 große Strahler zu je 400 Watt sorgten für das nötige Licht, das die Pflanzen wachsen lassen sollte. Und auch die dicken Rohre einer Absauganlage wurden ins Freie geschleppt: Damit sollte offenbar verhindert werden, dass der charakteristische Geruch der Cannabispflanzen nach draußen dringt und Verdacht erregt. «Hochprofessionell», urteilte die Aachener Polizei über die gesamte Anlage, die einen Rekord markiert.
Denn: «Für die Rauschgiftfahnder ist dies die größte Plantage, die im Aachener Raum bisher ausgehoben wurde», erklärte Polizeisprecher Paul Kemen.
Geholfen hat der Polizei dabei der blanke Zufall. Denn eigentlich war die Feuerwehr am Donnerstagabend nur wegen eines massiven Wasserschadens zu der Lagerhalle gerufen worden - durch eine Decke war sehr viel Wasser gesickert. Beim Versuch, in die Halle einzudringen, entdeckte man die Plantage und alarmierte die Polizei. Die fand dann noch mehr: Auf einer Kiste lag ein 27-Jähriger und schlief.
Der junge Mann wurde festgenommen und gestern Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Derzeit laufen die Ermittlungen zum Mieter der Halle, zu möglichen Hintermännern und Absatzmärkten auf Hochtouren.
Erntezeit wäre übrigens in fünf Wochen gewesen. Dann hätten die Pflanzen laut Polizei Rauschgift im Wert von etwa 240.000 Euro abgeworfen. Daraus wird nun nichts. Denn die Plantage wurde vom Technischen Hilfswerk nicht nur abgebaut und abtransportiert, sondern auch sämtliche Pflanzen vernichtet.
Quelle: aachener-zeitung.de/